OMNIBUS-Tour erfolgreich beendet

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Anne Kura, Mitinitatorin des Volksbegehrens Artenvielfalt bedankt sich bei Werner Küppers vom "Omnibus für direkte Demokratie" Foto: Jurek Milde

Mehr als 4.700 Unterschriften hat der OMNIBUS für Direkte Demokratie auf seiner Tour durch neun niedersächsische Städte für das Volksbegehren Artenvielfalt gesammelt. Der Zuspruch war groß, es gab aber auch Gegenwind aus der Landwirtschaft.


Nach dem großen Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern sowieden Volksbegehren Artenvielfalt in Brandenburg und Baden-Württemberg 2019 war die bundesweite Initiative OMNIBUS für Direkte Demokratie im Juli vier Wochen lang für das Volksbegehren Artenvielfalt Niedersachsen unterwegs.Zum Abschluss der Tour am heutigen Freitag überreichte Werner Küppers vom OMNIBUS an Volksbegehren-Initiatorin Anne Kura einen dicken Stapel an ausgefüllten Unterschriftenbögen: „4.783 Unterschriften für mehr Artenvielfalt in Niedersachsen konnten wir sammeln. Der Wunsch nach einem besseren Naturschutz war groß, das haben wir auf unserer Tour beim Sammeln der Unterschriften überall in Niedersachsen deutlich gespürt“, berichtet Werner Küppers vom OMNIBUS. „Für die derzeitige Situation mit den coronabedingten Einschränkungen ist das eine super Zahl. Schließlich durften wir nur zu zweit unterwegs sein, normalerweise machen wir das zu fünft.“

Es gab an manchen Orten aber auch Gegenwind der Landwirte. „In Verden, Oldenburg Wilhelmshaven und Vechta haben sie uns schon massiv bedrängt und versucht, die Bürgerinnen und Bürger vom Unterschreiben abzuhalten“, sagt Küppers. „Argumente hatten die Landwirte kaum – außer, das sie keine verbindlichen Naturschutzvorgaben wollen. Dabei sind für mich nicht die Landwirte der Gegner, sondern eine verfehlte Agrarpolitik, die immer größere Betriebe hervorbringt und kleine Familienbetriebe verdrängt – mit fatalen Folgen für die natürlichen Lebensräume der Tiere und Planzen. Hier braucht es noch viel mehr Bürgerbeteiligung, auch auf Bundesebene.“

Anne Kura, Initiatorin des Volksbegehrens Artenvielfalt sagt dazu: „Die Unterstützung durch das OMNIBUS-Team war toll. Viele Menschen hatten dadurch die Gelegenheit, sich mit ihrer Unterschrift gegen das Artensterben und für bedrohte Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen einzusetzen.Wenn wir jetzt nichts tun, dann drohen unumkehrbare Verluste, mit denen nachfolgende Generationen leben müssen. Freiwillige Maßnahmen reichen da nicht. Wir brauchen endlich wirksame und verbindliche Regelungen. Deshalb haben wir das Volksbegehren gestartet und einen Gesetzesentwurf für besseren Naturschutz vorgelegt. Nur so ändert sich was.“

„Das Volksbegehren für mehr Artenvielfalt ist eine historische Chance, wie Menschen mit ihrer Unterschrift direkt mitbestimmen können, dass Tiere und Pflanzen in Niedersachsen stärker geschützt werden. Deshalb bin ich hier vor Ort dabei und leiste meinen Teil für eine artenreichere Zukunft“, sagt Eva Güse vom Osnabrücker Aktionsbündnis des Volksbegehrens.

Das Volksbegehren benötigt etwa 610.000 Unterschriften, damit der Landtag über das Gesetz für mehr Tier- und Pflanzenschutz in Niedersachsen entscheiden muss. Lehnt der Landtag die Forderungen ab, kommt es zu einem Volksentscheid.

31.07.2020