„Artenschutz braucht gesetzliche Regelungen“

Volksbegehren-Initiatorenkreis begrüßt Absichtserklärung der Landesregierung für mehr Artenvielfalt; das Volksbegehren bleibt aber weiter notwendig, bis ein Gesetz vorliegt


Die Initiator*innen des Volksbegehrens Artenvielfalt.Jetzt! begrüßen die von Landesregierung, Landvolk und Umweltverbänden angekündigte Absichtserklärung für einen besseren Artenschutz in Niedersachsen. „Es freut uns, dass die Landesregierung und vor allem das Landvolk wesentliche Teile unseres Volksbegehrens mittragen. Jetzt gilt es, das in einem wirksamen Landesgesetz zu verankern“, sagt Hans-Joachim Janßen. „Die gemeinsame Absichtserklärung ist aber kein Ersatz für die mit dem Volksbegehren angestrebte gesetzliche Regelung“ sagt Dr. Holger Buschmann. „Wenn etwa auf Gewässerrandstreifen nicht gespritzt und nicht gedüngt werden soll und wenn Hecken und Feldgehölze erhalten bleiben sollen, braucht es dafür gesetzliche Regelungen.“

„Freiwillige Vereinbarungen und Anreizsysteme können rechtliche Regelungen sinnvoll ergänzen“, sagt Klaus Ahrens. „Es reicht aber nicht, wenn nur einzelne Landwirte ein paar Blühstreifen oder Hecken anlegen oder einzelne Kommunen auf Glyphosat auf öffentlichen Flächen verzichten. Es ist die Aufgabe der Landesregierung hier für einheitliche Vorgaben zu sorgen.“ Als Beispiel sieht der Imker das dramatische Insektensterben. Hier gelte sowohl für Bienen als auch für andere Insekten: Der Rückgang der Blütenvielfalt, der hohe Einsatz an Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, der Verlust von Lebensraum bedrohe alle Insekten. „Sie brauchen mehr Blühpflanzen, breit angelegte Biotopverbundsysteme, ein Verbot der Neonikotinoide und bessere Analysen bei der Prüfung von Pflanzenschutzmitteln – flächendeckend und langfristig. Das erreichen wir nicht allein mit freiwilligen Vereinbarungen“, so Ahrens.